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" Das beste Mittel gegen Traurigkeit ist ". entgegnete Merlin und paffte heftig vor sich hin, " etwas zu lernen. Das ist das einzige, was einen nie im Stich läßt. Du kannst alt werden und zittrig und klapprig, du kannst nächtens wach liegen und dem Durcheinander deiner Adern, dem wirren Gewühl deiner Gedanken lauschen, du kannst dich nach deiner großen Liebe verzehren, du kannst zusehn müssen, wie die Welt um dich her von bösartigen Irren verheert und verwüstet wird, oder wissen, daß kleine Geister deine Ehre in den Schmutz treten. Da gibt's nur eines: lernen.
Lernen, weshalb die Welt wackelt, und was sie wackeln macht. Das ist das einzig Unerschöpfliche, Unveräußerliche. Nie kann's dich quälen, niemals dir Angst einjagen oder Mißtrauen einflößen, und niemals wirst du's bereuen. Lernen mußt du, nichts anderes. Überleg doch mal, was es alles zu lernen gibt - reine Wissenschaft, die einzig vorhandene Reinheit. Astronomie kannst du in einer Lebensspanne lernen, Naturgeschichte in dreien, Literatur in sechsen. Und dann, wenn du Milliarden Leben mit Biologie und Medizin zugebracht hast, mit Theo - Kritik und Geographie und Geschichte und Wirtschaftswissenschaft nun, dann kannnst du anfangen zu lernen, wie man aus Holz ein Wagenrad macht, oder fünfzig lahre lang lernen, wie man lernt, seinen Gegner beim Fechten zu besiegen. Danach kannst du wieder mit der Mathematik anfangen, bis es Zeit ist, pflügen zu lernen."
Terence H. White: Der König auf Camelot, Stuttgart 1976 Klett
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